Mittwoch, 11. April 2007

Umschulung zur OP-Schwester

Guten Tag,
nochmal eine kleine Nachricht von der Wallertheimer Baustelle.
Wenn es als Logopädin mal nicht mehr klappt, wenn alle Kinder sich gesund entwickeln, Ärzte ohne Fehler operieren, sämtliche Alterserkrankungen heilbar sind und es eine Impfung gegen Stottern gibt - dann schule ich um zur OP Schwester! Passend dazu absolviere ich gerade ein intensives Praktikum in Wallertheim. Nicht, was ihr jetzt vielleicht denkt: es gab noch keine größeren Verletzungen TOI TOI TOI. Aber im Anreichen von Werkzeug, Kaffeetassen, Grundnahrungsmitteln, Bleistiften, Zollstöcken und Taschentüchern bin ich schon einsame Spitze! Und das ist jetzt auch kein einfacher Handlanger Job, nee nee. Ganz im Gegenteil: man braucht schon ein wenig Ahnung von der Materie, Einfühlungsvermögen für den Handwerker und muss vor allem: IMMER EINEN SCHRITT VORAUSDENKEN. Deswegen gibt es auch keine OP Brüder, sondern nur Schwestern! Also, jeden Schritt im voraus kennen, den Mund bei Verbesserungsvorschlägen aber nicht zu oft aufreißen, ihn auch mal auflaufen lassen (Zitat:"Ohhh, dumme Matthews!") und immer das richtige Werkzeug, am besten schon in der korrekten Greifrichtung anreichen!
Besonders angenehm in meinem Fall: es spritzt kein Blut!

In diesem Sinne - wetzt die Messer!
Viele Grüße
die Bauherrin

Samstag, 7. April 2007

..und es begab sich zu der Zeit...

Sonntag, 01.April 2007, 9 Uhr
Nina geht bepackt mit Bettzeug rüber zur Nachbarin, klingelt an und wartet, dass ihr das Tor zur Herberge geöffnet wird. Tatsächlich öffnet sich das Himmelreich und Frau Holle steht hinter der Tür. Nina: "Und so kam es, dass Maria und Josef eine Herberge suchten - oder sollte ich besser sagen Mary und John??"

Unsere Freunde und Nachbarn Pia und Andreas sind so nett, uns in den ersten Tagen nach dem Auszug aus der Wohnung in der Nieder-Olmer Backhausstraße Unterschlupf in ihrem Gästezimmer zu gewähren. Dafür verdienen sie das Bundes-Nachbarschafts-Verdienstkreuz mit Eichenlaub. Hat die Jury einstimmig beschlossen.
Wieso das überhaupt nötig ist? Die Umbauarbeiten sind in Wallertheim leider noch nicht so weit fortgeschritten, dass ein problemloser Einzug möglich ist. Bodenbeläge, Küche und Deckenkonstruktionen fehlen noch. Nun bewachen wir die "Hütte" der beiden, während sie sich eine gute Woche lang die Ostseeluft von Fehmarn um die Nase wehen lassen.
@ Pia und Anderas: ist übrigens alles noch in bester Ordnung!

Nun arbeiten wir weiter pausenlos am und im Haus und warten derweil noch auf unseren Telefonanschluss! Sobald die neue Nummer raus ist, werden wir das natürlich weitergeben! Zwischendurch erscheinen immer wieder einige Besucher, ausgerüstet mit Nervennahrung, Arbeitskraft oder guten Tipps und unterstützen uns kräftig. Danke. An diesem Osterwochenende geht's weiter und nächste Woche steht erneut ein Sperrmülltermin, die Anlieferung der Spülmaschine und das erste Date mit dem Verputzer auf dem Plan.

Entschuldigt noch einmal den verspäteten Eintrag, aber aus Zeitmangel und wegen des fehelnden Anschlusses war es nicht eher möglich!
Grüße aus der Herberge Oberländer (sehr zu empfehlen - besonders die Gästeschlafcouch und die gute Atmosphäre) von NINA

Sonntag, 18. März 2007

News des Tages 18.03.2007

  • Fluchender Engländer in Wallertheim gesichtet

Beim Ausladen eines Mietlasters der Firma Hornbach wurde gestern von einem ca. 1,80 großen schlanken Mann berichtet mit ausländischem Akzent, der beim Ausladen von Umzugsgütern laut fluchend seine Frust abgelassen hat. Offensichtlich war die Bautür des Neubaus kleiner als gedacht, woraufhin er mit Ellenbogen und Schultern mehrmals angeeckt sein muss. "Scheisen Himmel" war zu hören und daraufhin lautes Gelächter der weiblichen Umzugshilfe.

  • Zartes Staub-MakeUp...

...ist auf den geröteten Gesichtern des Bauherren-Paares zu sehen. Am besten im Schein der Taschenlampe, mit der Sie Ihm den Spaghettisalat in den Dosen beleuchtet, auf dass er Ordnung herstelle und Verbindungen überprüfe.

  • Scheiß Dosenfraß

In der Not fressen die Bauarbeiter Hühnersuppe aus der Dose - boah ist das widerlich!! Aber was kann man von einer "Mahlzeit" verlangen, die bis 2009 haltbar ist! Ravioli sind auch nicht besser und erinnern mich an nette, aber kulinarisch schreckenerregende Zeltlagerzeiten! Dann doch lieber ein gutese belegtes Brötchen aus der Bäckerei, oder...Erdbeer-Biskuitrolle!! Mmmmhhh....

  • Auf du mit dem Sicherungskasten

"Ich brauk kurz deine Hilfe. Kannst du oben die Sicherung rausmacken?" Klar, so geht das ca. 20-25-mal am Tag, wenn Neil den Elektriker spielt und ich assistieren darf. "Ist die Versicherung jetzt raus??" Dann steh ich da und denke, Mensch Kasten, du bist wirklich ein bisschen überproportional und relativ schlecht konzipiert, wenn eine Sicherung Wohnzimmer, Flur und Obergeschoss versorgt und verliere mich in Ingenieursgedanken, bevor von unten wieder das Kommando kommt "einschalten". Und dann der spannende Moment, ob alles funktioniert wie gedacht - aber meistens schon.

  • nur knapp dem Tod entronnen

Was macht man den ganzen Tag beim Vorbereiten von Kabeln, Abschalgen von Verputz oder Anrühren von Gips? Richtig, das Radio läuft. Schließlich zahle ich dafür auch Geld - Rundfunkgebühr an die GEZ - und was bekomme ich dafür? Ein Musikprogramm, das sich alle 2 Stunden wiederholt!!! Egal, welchen Sender man wählt, in meiner Verzweiflung und kurz vor dem Exitus hab ich sogar schon Rockland Radio eingestellt - ist aber leider auch nicht besser! Pink läuft so oft, dass einem die Lust vergeht und bei den Radiosendern scheint noch nicht angekommen zu sein, dass die meisten Bands mehr als nur einen Song auf ihrer CD haben. Dazwischen natürlich nervige Werbung, dann wieder Grönemeyer (brech!!), K.Clarkson, Nickelback, Monrose und die zurückgekommenen No Angels. Also, wenn es mir zu bunt wird, schalt ich das Radio aus und höre leiber dem Gepfeife von "Häbbääät", unserem Nachbarn zu.

  • Frauen und "physics"

Neil's Statement: Dass Frauen in Physik überhaupt unterrichtet werden, ist eindeutig Verschwendung! Was gibt es für Diskussionen auf der Baustelle über weibliche Hilfsversuche in dem uns doch ach so fern liegenden Bereich "Bauen" und darauf die männlichen Kommentare: Bist du verruckt?!" ALso halte ich mcih mit Hilfsversuchen zurück und werfe nur hin und wieder mal einen logischen Gedankengang ein "Wäre es nicht vielleicht besser, das Kabel hier entlang zu führen, da muss kein Loch mehr geklopft werden" - und so funktioniert es dann besser!

Freitag, 16. März 2007

Wallertheimer Landeier

Seit Montag sind wir nun auch offiziell Bürger der Verbandsgemeinde Wörrstadt. Das Schlimmste daran: Wir werden ein AZ im Nummernschild haben, aber soweit ich weiß, darf man sich damit drei Monate Zeit lassen - die werd ich wohl ausnutzen! Begrüßt wurden wir dann schon als Wallertheimer Landeier und im Herzen Rheinhessens herzlich willkommen geheißen. Unser Nachbar "Häbbäät" hat dann auch gestern nochmal deutlich gemacht, dass ich nicht Wörrstädter Bürgerin, sondern Wallertheimer Einwohner sei, das sei ein wesentlicher Unterschied.
Gestern haben Neil und ich den Tag auf der Baustelle verbracht, nachdem wir den Vormittag im Baumarkt unterwegs waren: diesmal Bauhaus Kreuznach, das war allerdings sehr frustrierend, da wir eine gewöhnliche, nett aussehende Aufputzklingel ersteigern wollten, was aber nur möglich war, mit einer - passt auf - Happy Birthday Melodie! Und das ist kein Scherz.
Flexibles Kabel und Lüsterklemmen konnten wir finden, Dämmplatten gab es nur eine statt der gebrauchten 14 und im Bereich Küchenwandfliesen gab es nix, was uns gefallen hätte. Also sind wir mit dem Elektrokram und 3 Säcken Fliesenkleber wieder raus! Trotzdem dauert eine solche Aktion immer zu lange! Den Rest des Tages haben wir uns mit Stromverteilung im Wohnzimmer beschäftigt und schlecht haftenden Untergründen und dem Müll im Hof, den wir noch einmal deutlicher in Sperrmüll, Restmüll und Plast/Holz/Metall getrennt haben, und natürlich Unmengen von Sand und Staub, den wir auf Knien rutschend vom Boden gekratzt und aufgefegt haben, damit der dann noch im Container untergekommt! Am Ende des Tages hatten wir nicht das Gefühl, wirklich viel getan zu haben, aber es sah aufgeräumt und ordentlich aus und die Stromleitungen waren zum größten Teil wieder verputzt. Den Abend haben wir mit einer super, wenn auch unkompletten Bandprobe ausklingen lassen, was erstaunlich ist, angesichts der geringen Zeit zum Üben in den letzten Wochen.
Während ich dann heute in der Praxis bin, ist Neil in Wallertheim, wo wir auch das komplette Wochenende über anzutreffen sind, bis Mittwoch einschließlich! Also, wer Zeit hat und Lust auf Besuch oder zum Anpacken, ist herzlich gern gesehen.

Dienstag, 13. März 2007

E R I S T V O L L !!!

..der Container - und das schon zum zweiten Mal! Dank der Hilfe von meiner Mutter am Freitag, die dem Schutthaufen mit großer Schaufel, Plastikwanne und Schubkarre unermüdlich zu Leibe gerückt ist und Irirnas Hilfe mit Brian am Sonntag wurde der 6cm Container wieder randvoll! Was ein gutes Gefühl, wenn man den Hof nicht mehr nur übers Gras begehen kann! Während wir uns um den Dreck gekümmert haben, waren die Männer strommäßig unterwegs und man hört weniger Arbeitslärm als mehr Planungsgespräche und Diskussion und es fielen ständig unverständliche Begriffe wie Phase, Nulleiter und Reihenschaltung. Als Ergebnis haben wir nun aufgeklopfte Schlitze in den Wänden und gesetzte Steckdosenhohlblöcke...und einen vollen Container...ich muss gleich mal die Abholung telefonisch organisieren.

Mittwoch, 7. März 2007

Gartenarbeit

Hi,
da das Wetter uns bisher ziemlich verwöhnt hat (man spricht wohl auch von gutem Winterwetter für das Baugewerbe), war ich sogar schon im neuen Garten tätig. Auf dem Plan stand: Hyazinthen und Primeln einpflanzen. Dabei handelt es sich um Geschenke von kleinen Patienten, an dieser Stellen seien Lilly und Sara genannt - vielen Dank - bisher geht es euren Pflänzchen noch ganz gut!
Neben der Gartenarbeit steht am Freitag eine zweite Containerlieferung an und wir werden die Zeit vom 9.-11.März wieder in Wallertheim verbringen, Helfer sind natürlich gerne gesehen.
Heute haben wir nach einem gewöhnlichen Arbeitstag am Flughafen und in der Praxis in Wallertheim noch die Küchendecke abgeschliffen, Kabel in der Decke verlegt und Verputz im Flur abgeklopft, um die Natursteinwand frei zu legen! Außerdem "auf da Gass" noch ein Schwätzchen mit allen Nachbarn gehalten (tatsächlich 6!).
Jetzt aber müde in die Falle!

Freitag, 2. März 2007

Der TURNINGPOINT....

...ist da. (Fast) Fertig mit Einreißen und Staub verursachen und loslegen mit Saubermachen, Aufbauen und das Ding wieder annähernd wie ein Haus aussehen lassen, lautet die Devise.

In den letzten Tagen haben wir diesen Turning Point erreicht und gestern haben wir die ersten in den Boden neu verlegten Leitungsbahnen des Heizungsmonteurs isoliert und verschlossen. Ein gutes Gefühl, das außerdem motiviert es, weil es eindeutig in die richtige Richtung geht.
Neil hat 2 Stücke der vorgesetzten geraden Wand im Wohnzimmer herausgenommen und die alte Steinmauer zum Vorschein gebracht, die nun mit Licht und Regalen schön in Szene gesetzt werden soll. Die dazu passenden Lampen haben wir auch schon käuflich erworben.
Es wird, es wird,....

Und das kommende Wochenende steht wieder ganz im Zeichen von Bob, dem Baumeister!